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Maritime Gestaltung des eigenen Gartens: Den Ostseeurlaub mit nach Hause nehmen

Der Garten ist für viele Menschen neben dem Wohnzimmer der wichtigste Ort des Zuhauses. Egal ob am Strand, angrenzend an das eigene Haus oder ein Schrebergarten, sie alle bieten die wunderbare Möglichkeit, sich aus der Hektik des Alltags zurückzuziehen. Gärten sind ganz private Naherholungsräume und helfen, die Batterien wieder aufzutanken. Eine ganz besondere Gestaltungsidee ist der maritime Garten.

Wie sieht ein maritimer Garten aus?

Zunächst einmal muss ein maritimer Garten nicht grundsätzlich anders aussehen als ein normaler Garten. Es genügt schon einige maritime Elemente einzufügen, um den Charakter des ganzen Gartens thematisch in Richtung Sonne, Strand und Meer zu verschieben. Maritime Elemente können aus dem Bereich Deko und Accessoires kommen oder sich in der Auswahl der Garten- oder Terrassenmöbel wiederfinden. Aber auch die Gestaltung der Wege und Flächen lässt viel Raum für maritime Schwerpunktsetzungen. Last but not least sollte man auf eine meerestypische Bepflanzung setzen, um das maritime Flair voll zur Geltung zu bringen.


Bild von Elke auf Pixabay
https://pixabay.com/de/photos/stimmungsbild-abendstimmung-1689774/

Gartenmöbel und Accessoires

Ein absolutes Highlight, wenn auch kein Muss, ist der Strandkorb. Gerne mit blau-weißem oder rot-weißem Bezug oder mit Betonung auf die Holzkorbstruktur. Dazu passt zum Beispiel eine Gartenbank von Kees Smit aus einem hellen oder mittel hellen Massivholz. Generell sollte man auf sichtbares, helles Holz setzen. Holztische und Stühle oder Klappstühle unterstützen die Assoziation zu Sonne, Strand und Dünen.

Das maritime Thema kann fortgesetzt werden durch verschiedene Accessoires wie Rettungsringe oder Leuchttürme. Bei den Accessoires wie bei der Deko sollte man erneut auf den Farbmix aus Rot, Blau und Weiß setzen. Diese Farben und ihre Kombinationen sind bekannt aus der Seefahrt des 18. Jahrhunderts und wecken noch heute die entsprechenden Assoziationen. Das Blau-Weiß kommt dabei von den Uniformen der Royal British Navy und Rot war und ist eine beliebte Signalfarbe, die auch bei schlechtem Wetter sichtbar bleibt.

Man muss sich hier aber auch gar nicht auf das perfekte Ensemble aus Möbeln, Accessoires und Deko-Elementen versteifen, denn eine asymmetrische Gestaltung sowie ein Material- und Farbenmix wirken entspannend. Eine weitere Möglichkeit, das Meeresthema wieder aufzugreifen, bietet sich bei der Gestaltung von Wegen und Beetumrandungen sowie bei der Anschaffung von Sichtschutzzäunen. Hier kann auf Boots- und Wellenformen gesetzt werden. Die runden Formen erinnern nicht nur an das Meer, sondern wirken häufig auch weitläufiger als eckige und symmetrische Begrenzungen.

In der Farbgestaltung fährt man, wie bereits erwähnt, gut mit Weiß-Rot oder Weiß-Blau. Es dürfen aber auch gerne Akzente in Türkis oder Sonnengelb, die zum Beispiel an einen Sonnenuntergang auf dem Meer erinnern, gesetzt werden. Insgesamt sollte die Ausstattung jedoch nicht zu bunt und unruhig werden, um den maritimen Elementen Raum zum Wirken zu geben.

Wer viel Platz hat und zum Beispiel eine Liegewiese oder eine sonnig gelegene Sitzecke oder Terrasse im Garten hat, der kann zusätzlich ein Sonnensegel spannen. Die Verwendung von Leintuch zu diesem und anderen Zwecken erinnert an die Segel großer Schiffe und verstärkt damit das Gefühl, nah am Meer zu sein.

Gestaltung von Wegen und Flächen

Wie bereits kurz angesprochen, bietet es sich hier an, runde, geschwungene Formen, die an Wellen auf dem Meer erinnern, zu verwenden. Um Assoziationen zu den Bohlen auf einem Schiff oder einem Uferkai zu wecken, können die Gartenwege als Holzstege angelegt werden. Wer bereit ist ein paar Flecken von seinem grünen Rasen zu opfern, kann auch Bereiche mit Sand oder hellen Kieselsteinen anlegen. Als ganz besonderes Highlight können auch Muscheln als Boden verwendet oder großzügig in einem Kiesel- oder Sandbereich ausgestreut werden.

Alternativ können auch Beete mit Sand oder Kieselsteinen aufgeschüttet werden, solange die Bepflanzung ausgelassen wird. Den meisten Pflanzen macht das nichts aus und Pflanzen, die selbst am Meer heimisch sind, schon gar nicht. Gemeinsam mit den offenen Holzflächen, den überwiegend hellen Farben und den roten und blauen Akzenten entsteht so beim Verweilen im Garten ganz schnell ein Gefühl wie beim letzten Ostseeurlaub.

Ein echter Geheimtipp, um dieses Gefühl noch zu verstärken, ist es, Findlinge an verschiedenen Orten im Garten zu verteilen. Sie können sich zu den Pflanzen im Beet gesellen, einem Baum Gesellschaft leisten oder ein Teil einer Wegmarkierung werden. Solange man es nicht übertreibt, werden sich diese großen, glatt gewaschenen Steine perfekt in das restliche Ensemble einfügen.

Wer es besonders authentisch mag, der kann zusätzlich noch versuchen verwitterte Hölzer wie jene, die man als Strandgut am Meer finden kann, mit einzubauen. Sie eignen sich zum Beispiel als Zaun oder Beetumrandung, nicht jedoch als Weg beziehungsweise um einen Steg zu bauen. Holzwege- und stege sollten aus hartem, wettergeschütztem und gut abgeschliffenem Holz bestehen, damit sie möglichst lange halten und keine Verletzungsgefahr besteht.

An dieser Stelle sollte jedoch betont werden, dass offenes Holz im Freien einer regelmäßigen Pflege bedarf. Je nach Qualität des Holzes und seiner Behandlung sowie abhängig von der Wetterlage, kann es sein, dass die Bodendielen bereits nach wenigen Jahren gründlich gereinigt, eventuell angeschliffen oder abgebeizt und neu behandelt werden müssen. In einem Turnus von etwa 5–7 Jahren sollten sie komplett abgeschliffen und neu behandelt werden. Dabei ist stets auf die Angaben des Herstellers oder Handwerkers zu vertrauen.

Die richtige Bepflanzung

Wer Beete und Wege entsprechend umgestaltet hat und mit ein paar passenden Möbeln und Accessoires die nötigen Akzente gesetzt hat, der muss sich zum Schluss nur noch um die richtigen Pflanzen kümmern, um den maritimen Garten abzurunden. Dazu orientiert man sich am besten an dem natürlichen Bewuchs von Dünen und ufernahen Wiesen. Dort gibt es aufgrund des hohen Salzgehaltes im Boden keine hohen Bäume, sondern vor allem niedrige Stauden und Gräser.

Typischerweise ist das Meeresklima außerdem mild und feucht, sodass beispielsweise der Sand-Thymian (thymus serpyllum) oder auch Lavendel, die Grasnelke (armeria maritima), Blauer Strandflieder (limonium latifolium), Blaustrahlhafer (helictotrichon sempervirens) auch 'Saphirsprudel' genannt, Strandkohl (crambe maritima) oder auch japanischer Fächerahorn (acer palmatum) gut gedeihen. Diese gedeihen mit der entsprechenden Pflege auch in meeresfernen Regionen und eignen sich daher auch für den maritimen Garten auf dem Festland.

Zur großflächigen Bepflanzung eignen sich auch die Sonnenbraut (helenium), Syltrosen (Hagebutten, auch Apfelrose genannt), Chinaschilf (miscanthus) Zartes Federgras beziehungsweise Engelhaar (stipa tenuissima) und andere Schilfgräser. Generell passen Gräser, in denen der Wind spielen kann, gut zum maritimen Gartenstil und nichts geht über ein Sand- oder Kieselbeet, in dem sich neben einigen Staudenpflanzen der ein oder andere Findling versteckt.

Egal ob mit oder ohne Strandkorb, egal ob alle oder nur ein paar der hier aufgeführten Ratschläge befolgt werden, das maritime Thema lässt sich wunderbar in bestehende Gärten integrieren oder auch relativ leicht für eine komplette Umgestaltung des Gartens verwenden. Wenn das Design gut gelungen ist und die Elemente gut ineinander spielen, wird sich beim Betrachter das Gefühl eines Urlaubs am Meer einstellen und die entspannende Wirkung des Gartens kann so noch verstärkt werden.

Dec. 5, 2022, 5:50 a.m.