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App-Markt 2020: Tipps, um Ihre Privatsphäre vor Hackern zu schützen

Dass vor allem Smartphones mittlerweile Zielscheibe von Hackerangriffen sind, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Schließlich kommunizieren wir nicht nur rund um die Uhr mit den Geräten, sondern nutzen sie auch zum Einkauf, für Bankgeschäfte und für Alltagsunterstützung vom morgendlichen Wecker bis hin zum Terminkalender. Cyberattacken gehören daher nicht mehr nur zu den Randerscheinungen. Studien zufolge steigen die Attacken auf Smartphone-Nutzer ständig. Denn natürlich kann es lukrativ für Kriminelle sein, wenn sie sich Bankdaten oder andere Zugänge über das Smartphone erschleichen können.

Gerade Apps stehen noch immer häufig im Verdacht, Einfallstore für Hacker zu sein. Besonders viel Aufmerksamkeit hatte 2019 eine Sicherheitslücke bei iPhones bekommen, die es Hackern möglich machte, die Daten tausender Nutzerinnen und Nutzer auszuspähen. Besonders WhatsApp und iMessage wurden dabei als Apps ausgespäht. Wer dahinter steckte, ist bis heute nicht vollständig geklärt.

Spektakulär war auch die Cyberattacke auf das Handy des Amazon-Gründers Jeff Bezos Anfang des Jahres 2020. Auch hier wurde WhatsApp benutzt, um die Daten des Handys des Firmenchefs herunterzuladen. Wenn solche hochrangigen CEOs nicht vor Angriffen geschützt sind, wie steht es denn um das eigene Smartphone? Was kann man also tun, um als Endverbraucher seine Privatsphäre online zu schützen?

Apps prüfen

Eine der wiederkehrenden Gemeinsamkeiten bei den populären Hackerangriffen waren Apps. Genau darauf sollten daher auch Sie ein besonderes Auge werfen. Denn eine App ist schnell installiert und Zugriffsrechte mit einem Klick binnen Sekunden erteilt. Hinzu kommt, dass viele Apps kostenlos sind und daher wenig Aufmerksamkeit bekommen. Tatsächlich aber geht es bei diesen kostenlosen Applikationen um eine andere Währung, die der Daten. Durch das Installieren der jeweiligen App stimmen Sie mitunter dem Zugriff auf Adressbuch, Fotos und sogar den Standort zu.

Diese Daten werden weiterverkauft, in den meisten Fällen an Werbekunden. Diese spezifizieren daraufhin ihre Werbung auf Ihre Daten. Das passiert im Hintergrund. Schon beim Download über den jeweiligen App-Store unterschreiben Sie diesen Vertrag.

Doch was tut man, wenn die App nun einmal diese Bedingungen verlangt? Vor dieser Frage stehen die meisten Kundinnen und Kunden irgendwann. Dann heißt es leider: entweder oder. Denn Abstufungen oder nachträgliche Änderungen lassen nur die wenigsten Applikationen zu. Überlegen Sie sich also gut, ob Sie diese App wirklich benötigen oder was Sie damit bezwecken möchten und erhöhen Sie darüber hinaus die Sicherheitsvorkehrungen Ihres Smartphones.

Schadsoftware verhindern

Eine weitere Problematik sind sogenannte Malware, Viren und Trojaner, die über Downloads auf das Smartphone oder Tablet gelangen können. Sie laufen im Hintergrund und können teilweise nur durch gezieltes Suchen auf dem Rechner erkannt werden. Ihr Ziel ist es, entweder ebenfalls Daten abzugreifen oder sogar aktiv Kosten auszulösen, wie etwa durch das Verschicken von SMS oder anderem. Hierbei muss man also wachsam sein, besonders was das Datenvolumen angeht. Denn meist wird eine Schadsoftware erst erkannt, wenn man eine Erhöhung des Datenvolumens feststellt, die man nicht erklären kann.

Um solche Schadsoftware von vornherein auszuschließen, sollten Sie nur bei vertrauenswürdigen Seiten Software herunterladen. Mögen Sie zum Beispiel Glücksspiel und möchten Sie kostenlose Automatenspiele spielen, dann sollten Sie nicht bei einer x-beliebigen Seite Apps herunterladen. Hierbei ist Streamen das Zauberwort, denn viele Spielautomaten lassen sich über seriöse Seiten gratis testen.
Wer es dennoch nicht verhindern kann, der sollte folgende Anweisungen befolgen:

  1. Beziehen Sie die App nur von offiziellen Shops wie dem Google Play Store oder dem Apple Store.
  2. Laden Sie nur Apps von vertrauenswürdigen Entwicklerteams herunter, zum Beispiel mit dem Google Prädikat “Top Entwickler”. Bei Apps mit nur wenigen Bewertungen sollten Sie kritisch sein.
  3. Überprüfen Sie die Berechtigungen in der App.
  4. Deaktivieren Sie die automatischen Updates bei Apps.
  5. Kontrollieren Sie die Funktionen des Smartphones, ist Bluetooth/GPS etc. ausgeschaltet? Wenn nicht, wer hat Zugriff darauf?

Schutzsoftware installieren

Es finden sich eine Reihe von Programmen im Netz, die für den Schutz Ihres Smartphones oder Tablets auch kostenfrei heruntergeladen werden können. Ein Typus sind dabei Apps, die Prozesse überprüfen. Sie sind vergleichbar mit dem Windows Task-Manager, der alle laufenden und ruhenden Prozesse sichtbar macht. Über solch eine App lässt sich schnell erkennen, welche Software im Hintergrund läuft und vermeintlich Daten absaugt.

Stellt man über ein solches Programm Hintergrundaktivitäten fest und kann diese auch an einer App oder dergleichen festmachen, sollten Sie zunächst danach googeln. Denn nicht alle Prozesse im Hintergrund sind schädlich. Ist der Prozess jedoch unnötig, lässt er sich oft einfach deinstallieren.

Wenn Sie sich jedoch gar nicht erst die Mühe machen möchten, alle Prozesse auf dem Handy selbst zu untersuchen, sollten Sie sich eine Schutzsoftware herunterladen. Hierbei stehen einige Programme zur Auswahl, denn der Bedarf nach Schutz im Netz ist groß.

Wie in einem Test der Zeitschrift PC-Welt erklärt wurde, gibt es jedoch einige Qualitätsunterschiede. Bei den Tests werden aktuelle Viren und andere Schädlinge auf die Smartphones (in diesem Fall Android) losgelassen. Wer hier versagt, ist nicht up to date. Da das Internet und seine Gefahren sich jedoch sekündlich ändern, ist die Aktualität des Schutzschildes essentiell. Wer auch auf dem PC bereits Schutzsoftware nutzt, der wird einige Namen kennen, die es hierbei in die Bestenliste des Tests geschafft haben, so zum Beispiel McAfee, Norton oder Kaspersky.

Weitere Tipps für den Alltag

Hauptargument für Smartphones ist natürlich die Möglichkeit, damit mobil aktiv zu sein. Doch gerade wenn Sie unterwegs sind und sich in fremde Netzwerke einwählen, kann viel passieren. Generell sollten Sie darauf achten, nur öffentliche WLAN-Verbindungen zu nutzen, denen Sie vertrauen können. Um zu verhindern, dass Sie automatisch darauf zugreifen, schalten Sie die Standardsuche nach WLAN-Netzen aus. Darüber hinaus können Sie auch über das Smartphone einen VPN-Klienten benutzen. Dieser verschlüsselt ihre Daten zusätzlich beim Surfen.

Auch die Einstellungen bei Google sollten immer wieder überprüft werden. Denn der Branchenriese ist eine Datenkrake und ändert immer wieder einmal seine Richtlinien und sorgt für mehr Zugriff auf Ihre persönlichen Daten. Um hierbei den Überblick zu behalten, sollten Sie unter Google Einstellungen das Senden Ihrer Ortungsdaten unterbinden. Auch Fotos und andere Daten werden von Google oftmals gesichert. Hierbei sollten Sie in den Einstellungen dafür sorgen, dass dieses Auto-Backup ausgeschaltet ist.

Um außerdem vor einem Hack ihres Google-Kontos sicherer zu sein, sollten Sie unbedingt eine Zweifach-Authentifizierung einrichten. Also nicht nur ein Passwort per Browserabfrage benutzen, sondern ein zweites per SMS oder einer anderen Anwendung ihrer Wahl einrichten. Das schützt zusätzlich.

Dec. 16, 2020, 2:20 p.m.